Fileas Flavius Florin

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Fileas Flavius Florin, von seinen Freunden „Triple F“ genannt, ist ein ebenso leidenschaft­licher wie umstrittener Bibliothekar und Archivar. Seine Profession: Geschichte und Ge­schichten.

Triple F leitet die Zwiebelfalzer Bücherei und hat die die Archive des Klosters, der Gemein­de und der Kirche unter seiner Obhut. Er hütet seine bibliographischen Schätze mit Argus­au­gen und lässt nichts unversucht, sie vor den schmutzigen Fingern, dem feuch­ten Atem und den ehrfurchtslosen Bli­cken etwaiger Leser zu schützen.

Einzig seiner dicksten Freundin, dem Li­te­ra­turschaf Elke Heidschnuck, („Ich bin nicht dick, ich bin nur plüschig!“) gewährt er un­ein­ge­schränk­ten Zu­griff auf die alt­ehr­würdi­ge Klosterbibliothek. (Man hört allerdings munkeln, die Freund­schaft zwischen den beiden hätte sich seit dem Umzug des Schafs auf den Hudel­bu­xer Deich merklich abgekühlt.)

Durch sein unkonventionelles Auftreten im froschgrünen Anzug und den löchrigen Filz­pan­toffeln ist Fileas Flavius Florin den gediegeneren Bürgern von Zwiebelfalz ein Dorn im Auge. Auch, dass er zwischen all den Büchern ungeniert Pfeife raucht, wird nicht von jeder­mann gerne gesehen. Besonders Pater Pius versucht auf subtile Weise, den Ast ab­zu­sä­gen, auf dem Triple-F sitzt.

Grund der Feindseligkeiten ist nicht nur, dass Triple F die Oberaufsicht über die kirch­li­chen Archive hat, sondern in erster Linie die Original-Schlechtenburg-Humboll-Bibel. Der Bib­lio­the­kar händigte das unbezahlbare Stück nicht wie gewünscht an die Kirche aus, sondern ließ einzig das Literaturschaf Elke Heidschnuck in die Nähe des antiquarischen Schatzes. Diese verleibte sich einen guten Teil der Bibel ein („Nur ein paar unwichtige Seiten!“), was die ohnehin unentspannte Lage zwischen Kirche und Bibliothek nicht ent­spann­te (und möglicherweise in kausalem Zusammenhang mit Elkes Umzug nach Hudelbux steht).

Wenn Triple F sich nicht mit seinen Büchern beschäftigt, spendet er seine Zeit den Zeich­nungen und Urkunden, die von der mehr oder weniger glorreichen Zwiebelfalzer Ge­schichte zeugen. Dabei legt er nicht nur besonders großen Wert darauf, Beweise für die moralische, intellektuelle und allgemeine Erhabenheit seiner Gemeinde zu finden, son­dern widmet sich auch mit großem Eifer der Suche nach Beweisen für die moralische, intel­lektuelle und allgemeine Verkommenheit der Konkurrenzstadt Hudelbux.