Elke Heidschnuck

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Elke Heidschnuck hat Bücher zum Fressen gern und verschlingt sie mit Leidenschaf(t). Ihr Umzug aus der bibliophilen Metropole Zwiebelfalz auf den literarisch unergiebigen Deich wirft Fragen auf.

Elke ist Literatin aus Passion. Besonders an der Schlechtenberg-Humboll-Bibel hat sie einen Narren gefressen (und nicht nur den; offenbar fehlen in dem Werk einige Seiten, seit Elke es zuletzt gelesen hat). Ansonsten zeigt sie eine Vorliebe für sentimental-tra­gische Liebesgeschichten (sie ist ziemlich nah am Wasser gebaut; Besuche besser nur in Gum­mi­stiefeln!).

Trotz (oder vielleicht auch wegen) ihrer Pas­sion für die Bibel („Da kommen so viele Scha­fe und Lämmer drin vor!“) hat Elke ein ge­spann­tes Verhältnis zur Kirche im Allgemeinen und zu Pater Pius im Speziellen. In­wie­weit das zu ihrem Umzug auf den Hudelbuxer Deich beitrug, ist noch nicht klar. Offi­ziell hat es sich das Schaf zur Mission gemacht, das literarische Vakuum in Hudelbux zu füllen.


Nebenberuflich hat sie sich der Nichtverbreitung schlechter Literatur verschrieben. („Es liegt nun mal anatomisch in meiner Natur, Inhalte wiederzukäuen!“) In ihrer sehr un­re­gel­mäßig erscheinenden Kolummne „Lesen? Nein, danke!“ fällt sie gnadenlos über Neuer­schei­nun­gen und etablierte Bestseller her, die ihr im Magen liegen und ihres Er­ach­tens nicht gelesen werden sollten. In ihren Verrissen ist sie subjektiv, ungerecht und durch und durch auf Dorfpranger-Linie.

Böse Zungen munkeln, dass sie sich damit nur am Literaturbetrieb rächen will, der ihr Erst­lingswerk „Mäh, määh und mmäh! Die sozialintegrative Komponente von Schafs­dia­lekten auf die Leser-Schaf-t“ mit Nichtbeachtung strafte. Noch bösere Zungen be­haup­ten, die bissige „Reißwölfin im Schafspelz“ sei nicht mehr als eine gedungene Be­rufs­nörglerin und Miesmacherin, die ihre Verrisse auf Bestellung und gegen ein hor­ren­des Honorar verfasst. Das sind unhaltbare Unterstellungen, die die Redaktion mit bes­tem Wissen und Gewissen entkräften kann. Schließlich sind wir es, die Heidschnucks Hono­rare bezahlen, und glauben Sie uns, sie sind mickrig.