Der Valentinstag ist über Hudelbux und Zwiebelfalz hereingebrochen. Mounty Roberts hat vorsichtshalber den Ausnahmezustand verhängt.

Die morgendliche Andacht im Zwiebelfalzer Münster nutzten die zahlreichen Vertreter des ein bisschen erkrankten Pater Pius für das ein oder andere pathetische Valentins­tags­gesumse.

Schwester Abigail eröffnete den Liebesreigen mit einem sentimental-kitschigen Gebet für die Ärzte der Welt im Allgemeinen und den einen in Zwiebelfalz im Besonderen. Das Publikum quitierte den zweistündigen Monolog mit einem genervten „Amen“.


Das unfreiwillig komische Liebesgedicht „Bocksprünge“ von Elke Heidschnuck lockerte die Atmosphäre etwas auf. Bei den Zuhörern flossen reichlich Lachtränen. Auch die Autorin vergoss dicke Krokodilstränen. Ob vor Rührung oder Wut ist nicht bekannt.

Hugo von Hudelbux verlor bei seiner Rede den Faden, den Renate Runkel anschließend wieder aufnahm und an der Legende strickte, dass Zwiebelfalz schon seit Menschengedenken die Pilgerstädte der Verliebten sei.

Kontrovers wurde es dann zum Schluss des ungewöhnlichen Ersatzgottesdient, als der Inquisitor den Valentinstag für sich und seinen Berufsstand beanspruchte, da er und seinesgleichen schon seit Jahrhunderten die Liebe (manchmal auch mit ein bisschen Vehemenz) in die Welt tragen würden.