Der Tanz in den Mai im Zwiebelfalzer Schloss ist DAS gesellschaftliche Highlight in Zwiebelfalz. Schon Wochen vorher werden unter der gestrengen Aufsicht der Hudelbuxer Anstandsdamen die Tanzschritte und Umgangsformen der zahlreichen Interessenten wieder auf Vordermann gebracht. Denn nur wer die abschließende zwölfstündige Prüfung in Theorie und Praxis mit einem Numerus Clausus von 1,2 oder besser besteht, darf auf ein Ticket für die begehrte Veranstaltung hoffen.

So besteht Hugo von Hudelbux, wegen seiner im Verhältnis zum Bauch viel zu kurzen Armen, den mit Renate Runkel durchzuführenden Eröffnungswalzer meistens nur knapp, und auch Elke Heidschnuck schafft die Abschlussprüfung nur mit Hängen und Würgen. Ihre vier Hufe kommen regelmäßig beim Walzer aus dem Takt (es ist aber auch schwierig, mit vier Beinen im 3/4-Takt zu tanzen!), glänzen aber beim Tango und beim Paso Doble. Außerdem ist Elke in der Theorie ein As.

Eine der gefragtesten Persönlichkeiten ist jedes Jahr Éstéphan Barbièrre, der Hudelbuxer Star-Coiffeur. Keine Dauerwelle oder Schafslocke, die nicht vom Meister persönlich gelegt und gepudert wurde, darf sich bei diesem Event zeigen. Auch hier gibt es strenge Auswahlkriterien, mit einer deutlichen Tendenz zur Opulenz des Barock (was eine weitere schwer zu bewältigende Hürde für Hugo darstellt, der meist auf eine Perücke zurückgreift).

Hat man alle Aufnahmeprüfungen bestanden, kann man sich auf eine wundervolle Veranstaltung freuen. Die Räuber aus dem Böse-Buben-Wald kümmern sich jedes Jahr rührend um die Garderobe, die Nonnen aus dem Kloster Zwiebelfalz um die alkoholfreien Getränke, Schwester Abigail für das romantische Drama (Viktor Vektor sagt regelmäßig in letzter Sekunde seine Teilnahme ab), und Mounty Roberts passt auf, dass keiner aus der Reihe tanzt.