Dr. Viktor Vektor, medizinische Allround-Koryphäe, feiert seinen Geburtstag („Meine Berufung wurde mir quasi in die Wiege gelegt!“) ausgerechnet am Tag des Arztes. Was für ein Zufall!

Zum wiederholten Male wird der beliebteste Junggeselle auf weiter Flur in diesem Jahr 37. („Die 37 ist so eine fröhliche Zahl, und Heiterkeit ist das beste Rezept für ein glückliches und langes Leben.“)

Ab 10 Uhr können Freunde, Bewunderer und Verehrer von Viktor Vektor bei Schwester Abigail am Empfang der Schlossklinik Geschenke für den Arzt abgeben (Mindestwert 100 Taler). Mit „Freunden, Bewunderern und Verehrern“ sind übrigens ausdrücklich keine „Freundinnen, Bewunderinnen und Verehrerinnen“ gemeint! (Anm. d. Red. auf Drängen von Schwester Abigail)

Viktor Vektor wird sich in diesem Jahr nicht wie sonst üblich für mehrere Sekunden auf dem Balkon der Schlossklinik zeigen. Er ist krank. Wer etwas über ihn erfahren möchte, liest am besten seinen beeindruckenden Steckbrief.

Der Valentinstag bricht jedes Jahr über Hudelbux und Zwiebelfalz herein. Zwei Tage vorher verhängt Mounty Roberts vorsichtshalber den Ausnahmezustand über beide Metropolen.

Die morgendliche Andacht im Zwiebelfalzer Münster nutzen die zahlreichen Vertreter des meist an diesem Tag ein bisschen erkrankten Pater Pius für das ein oder andere pathetische Valentins­tags­gesumse.

Schwester Abigail eröffnet den Liebesreigen gern mit einem sentimental-kitschigen Gebet für die Ärzte der Welt im Allgemeinen und den einen in Zwiebelfalz im Besonderen. Das Publikum quitiert den zweistündigen Monolog überaus oft mit einem genervten „Amen“.

Das unfreiwillig komische Liebesgedicht „Bocksprünge“ von Elke Heidschnuck lockert dann die Atmosphäre immer wieder auf. Bei den Zuhörern fliessen dann reichlich Lachtränen, bei der Autorin dicke Krokodilstränen. Ob vor Rührung oder Wut ist nicht bekannt.

Hugo von Hudelbux verliert bei seiner Rede immer den Faden, den Renate Runkel anschließend wieder aufnimmt und an der Legende strickt, dass Zwiebelfalz schon seit Menschengedenken die Pilgerstädte der Verliebten sei.

Kontrovers wird es dann zum Schluss des ungewöhnlichen Ersatzgottesdient immer, wenn der Inquisitor den Valentinstag für sich und seinen Berufsstand beansprucht, da er und seinesgleichen schon seit Jahrhunderten die Liebe (manchmal auch mit ein bisschen Vehemenz) in die Welt tragen würden.

Statt durch diverse Firmen- und Behördenweihnachtsfeiern an unterschiedlichen Tagen und Orten das öffentliche Leben im Monat Dezember nahezu lahm zu legen, treffen sich die Hudelbuxer und Zwiebelfalzer am 18. Dezember zur einzig wahren Weihnachtsfeier  in der Zwiebelfalzer Schlossklinik.
Das traditionelle Unterhaltungsprogramm erfreut sich dabei stets außerordentlicher Beliebtheit und wird jedes Jahr von den gleichen Akteuren bestritten: Hugo von Hudelbux scheitert regelmäßg mehr als grandios beim Versuch, die Weihnachtsfeier durch eine stümperhaft ausgeführte Intrige ins Hudelbuxer Rathaus zu verlegen, Schwester Abigail verteidigt Dr. Viktor Vektor erfolgreich gegen jegliche weibliche Avancen, und der pünktlich um Mitternacht eskalierende literarische Streit zwischen Elke Heidschnuck und Bibliothekar Tripple F begeistert eine stetig wachsende Fan-Gemeinde.

Höhepunkt ist jedoch immer der theatralische Zusammenbruch von Kämmerer Friedrich Kümmerlein nach Erhalt der Catering-Rechnung kurz vor Schluß der Veranstaltung.  Das führt jedes Jahr zu wahren Begeisterungsstürmen unter den Zuschauern.

Am Zwiebelfalzer Ärztetag fallen Dutzende verliebte Krankenschwestern in Zwiebelfalz ein, um sich über unverheiratete Chefärzte und neueste Flirttechniken zu informieren.

Höhepunkt ist die jährliche Präsentation der Top-Ten-Liste der besten Partien unter den Göttern in Weiß, die regelmäßig von Dr. Viktor Vektor angeführt wird.

Ebenso regelmäßig, wenn auch mit gänzlich unterschiedlicher Motivation, streuen sowohl der Chefarzt als auch seine größte Bewunderin Schwester Abigail das Gerücht, Viktor Vektor sei bereits vergeben.

Der Modezar von Hudelbux, Éstéphan Barbièrre, hat einen neuen Look kreiert, und die Damenwelt fällt reihenweise in Ohnmacht.

„Er ist ein Gott der Mode“, schwärmte Schwester Abigail nach der Präsentation. „Nur Viktor Vektor ist göttlicher.“
„Dieser Ausdruck“, säuselte Elke Heidschnuck. „Einfach umwerfend.“
„Jedes Kleid ist ein Unikat“, betonte der Meister. Dadurch bietet jedes Kleid einen zusätzlichen Mehrwert, den die Damen natürlich sofort erkannt haben.

„Beim Shopping habe ich meistens keine Hand mehr frei, um mein Portemonnaie aus der Tasche zu holen“, erklärte Schwester Abigail. „Mit der neuen Mode von Éstéphan Barbièrre stelle ich mich einfach vor den Barcodescanner und bezahle mit meinem Kleid. Wahnsinn!“

Bargeldloses Bezahlen auf die modische Art. Éstéphan Barbièrre macht die Damenwelt glücklich!