Mit einem großartigen Schi-Opening begrüßte Zwiebelfalz den Winter und eröffnete die Wintersportsaison. Alles, was sich Schier anschnallen konnte, fand sich am Wochenende auf dem Pfarrhügel ein. Besonders hervorgetan hat sich dabei Zeitungsente Mechtild, die mit ihrem innovativen Fahrstil (Mechtilds Formulierung) die anderen Schifahrer das Fürchten lehrte.

“Diese Rowdyente hat mich glatt über den Haufen gefahren”, empörte sich Renate Runkel, nachdem sie sich nur mit Mühe wieder aus einem riesigen Schneehaufen befreien konnte. “Derart rücksichtsloses Federvieh hat auf der Piste wirklich nichts verloren.”

“Renate Runkel hat eine beachtliche Menge Schnee geschluckt, ist aber ansonsten wohlauf”, beruhigte Dr. Viktor Vektor die besorgten Gemeindemitglieder, nachdem er elegant auf Schiern zum Unfallort gewedelt war. Bösen Gerüchten zufolge soll der Arzt die Ente bestochen haben, einen Unfall zu provozieren, um selbst als Arzt sein schifahrerisches Können unter Beweis stellen zu dürfen.

Jedes Jahr findet im Hudelbuxer Moor die große Halloween-Party statt. Ein Missverständnis zu Beginn (die Intellektuellen aus Hudelbux und Zwiebelfalz gingen von einem geistreichen Austausch und nicht von kostümierten Geistern aus) führte dazu, dass die eine Gruppe (angeführt von Renate Runkel und Fileas Flavius Florin) mit einem Buch erscheint, während sich die andere Gruppe mit mehr oder weniger phantasievollen Kostümen (Hugo von Hudelbux kommt immer als Kürbis) präsentiert. Hin und wieder findet auch ein Austausch zwischen den Gruppen statt (dann liest Renate einem Kürbis aus einem Roman vor).

Das jährliche TeamEvent, das die Bürger von Hudelbux & Zwiebelfalz zusammenschweißen soll und regelmäßig das Gegenteil bewirkt, beginnt traditionell mit einer Sternenwanderung von Hudelbux und Zwiebelfalz zum Zeltplatz “Zum blutigen Schafott” im Böse-Buben-Wald.

Auf dem Weg dorthin gehen im Schnitt 50 – 70% der Teilnehmer mehr oder weniger freiwillig verloren (bzw. nutzen die Chance, was der Grund ist, warum die Sternwanderung gleichzeitig eine Sternenwanderung in möglichst dunkler Neumondnacht ist …).

Dann beginnt in der Regel das gemeinsame Zeltaufbauen, was sich bei manchem Teilnehmer auch über drei bis vier Tage erstreckt (unangefochtener Rekordhalter ist Hugo von Hudelbux, der auch zwei Wochen nach einem Teamevent sein Zelt noch nicht fertig aufgestellt hatte). Die Minimalisten (Renate Runkel, Elke Heidschnuck) rollen ihren Schlafsack bzw. ihr Stroh in Sekunden aus.

Findige Geister wie Bibliothekar Fileas Flavius Florin punkten mit Wurfzelten zwar beim raschen Aufbau, verlieren diesen Vorsprung aber spätestens beim Abbau der sperrigen Teile, die sich nie wieder so zusammenfalten lassen wie ursprünglich. (Elke hingegen frisst ihr Stroh einfach auf, das dauert keine fünf Minuten und ist damit das nachhaltigste Schlafplatzkonzept des Events.) Routiniert und souverän präsentiert sich jedes Jahr die Wahrsagerin Claire Voyance, die nicht nur das schönste Zelt hat (nachtblau mit Sternen, und von innen viel geräumiger als von außen), sondern auch zielsicher die Zukunft eines jeden Zeltaufbauprojekts vorhersagen kann.

Das anschließende Grillen endet regelmäßig in einem hitzigen verbalen Schlagabtausch zwischen Hardcorevegetariern (Elke Heidschnuck & Zeitungsente Mechthild) und Fleischfressern (Hugo von Hudelbux). Spätestens wenn Hugo demonstrativ sein Lammfleisch auf den Grill wirft, bricht Elke, deren Nervenkostüm schon allein wegen des Schafs in “Schafott” schon genug angeknackst ist, in Tränen aus.

Die Nacht bleibt eigentlich immer weitgehend friedlich, sieht man vom Lärm der “immer noch” bzw. “schon wieder” Zeltaufbauer ab. Manche Teilnehmer versuchen regelmäßig, die physikalischen Gesetze der Zeltstatik zu widerlegen und müssen sich ein Scheitern ihrer Konstruktion spätestens nach der ersten Drehung im Schlafsack eingestehen.

Den abschließenden Gottesdienst am nächsten Morgen muss Pater Pius meistens mit sich selbst abhalten, da die einen bereits frühzeitig abgereist bzw. die anderen erst verspätet mit dem Zeltaufbau fertig geworden und noch viel zu grätig für ein fröhliches Hallelujah sind.

Die “Garten Zwiebelfalz” ist die Fachmesse rund um den Garten. Im Zwiebelfalzer Kloster werden jedes Jahr innovative Gartengeräte (z.B. Hugo’s Apfelkitschentsorgungsdruckluftpistole) und exotische Pflanzen (z.B. der gemeine Zwiebelfalzer Buchsbaum – vorsicht, er schlägt aus!) vorgestellt.

Ein Schwerpunkt ist die ökologische Landwirtschaft. In diversen Workshops werden alternative Anbaumethoden (z.B. Unkrautbekämpfung mit Phosphat und Farbpsychologie) vorgestellt.

Der Eintritt zur Gartenmesse ist kostenlos. Erwartet wird von Besuchern einzig, dass sie Renate Runkel einige Stunden lang in ihren Karottenfeldern helfen.

Die kleine aber feine Regionalmesse für Hotellerie und Gastronomie in Zwiebelfalz lockt jedes Jahr  mit Hobbyköchen und Bratpfannenvertretern ein anspruchsvolles Fachpublikum in die Küche von Starkoch K. N. Obloch. Unter Anleitung des Meisters der Haute Cuisine köcheln Renate Runkel, die Anstandsdamen und viele andere Hobbyköche die feinsten Speisen.

Neben der traditionellen Küche mit Zutaten aus der Region, wie zum Beispiel Schmorgurken-Lachs-Kartoffelauflauf und Lammfleisch mit Minzsauce, werden auch die Gaumen von Fans der Molekularen Küche angesprochen. Wer schon immer mal gerne Ziegenmilch-Nudeln, Carbonara-Espuma oder Fruchtsaftkaviar zubereiten wollte und die Kindheit vorm Chemiebaukasten verbracht hat, ist hier richtig.

Für das unterhaltsame Rahmenprogramm sorgen regelmäßig Elke Heidschnuck und Zeitungsente Mechtild, die lautstark gegen den Verzehr von Lamm und Geflügelgerichten protestieren.