Das jährliche TeamEvent, das die Bürger von Hudelbux & Zwiebelfalz zusammenschweißen soll und regelmäßig das Gegenteil bewirkt, beginnt traditionell mit einer Sternenwanderung von Hudelbux und Zwiebelfalz zum Zeltplatz „Zum blutigen Schafott“ im Böse-Buben-Wald.

Auf dem Weg dorthin gehen im Schnitt 50 – 70% der Teilnehmer mehr oder weniger freiwillig verloren (bzw. nutzen die Chance, was der Grund ist, warum die Sternwanderung gleichzeitig eine Sternenwanderung in möglichst dunkler Neumondnacht ist …).

Dann beginnt in der Regel das gemeinsame Zeltaufbauen, was sich bei manchem Teilnehmer auch über drei bis vier Tage erstreckt (unangefochtener Rekordhalter ist Hugo von Hudelbux, der auch zwei Wochen nach einem Teamevent sein Zelt noch nicht fertig aufgestellt hatte). Die Minimalisten (Renate Runkel, Elke Heidschnuck) rollen ihren Schlafsack bzw. ihr Stroh in Sekunden aus.

Findige Geister wie Bibliothekar Fileas Flavius Florin punkten mit Wurfzelten zwar beim raschen Aufbau, verlieren diesen Vorsprung aber spätestens beim Abbau der sperrigen Teile, die sich nie wieder so zusammenfalten lassen wie ursprünglich. (Elke hingegen frisst ihr Stroh einfach auf, das dauert keine fünf Minuten und ist damit das nachhaltigste Schlafplatzkonzept des Events.) Routiniert und souverän präsentiert sich jedes Jahr die Wahrsagerin Claire Voyance, die nicht nur das schönste Zelt hat (nachtblau mit Sternen, und von innen viel geräumiger als von außen), sondern auch zielsicher die Zukunft eines jeden Zeltaufbauprojekts vorhersagen kann.

Das anschließende Grillen endet regelmäßig in einem hitzigen verbalen Schlagabtausch zwischen Hardcorevegetariern (Elke Heidschnuck & Zeitungsente Mechthild) und Fleischfressern (Hugo von Hudelbux). Spätestens wenn Hugo demonstrativ sein Lammfleisch auf den Grill wirft, bricht Elke, deren Nervenkostüm schon allein wegen des Schafs in „Schafott“ schon genug angeknackst ist, in Tränen aus.

Die Nacht bleibt eigentlich immer weitgehend friedlich, sieht man vom Lärm der „immer noch“ bzw. „schon wieder“ Zeltaufbauer ab. Manche Teilnehmer versuchen regelmäßig, die physikalischen Gesetze der Zeltstatik zu widerlegen und müssen sich ein Scheitern ihrer Konstruktion spätestens nach der ersten Drehung im Schlafsack eingestehen.

Den abschließenden Gottesdienst am nächsten Morgen muss Pater Pius meistens mit sich selbst abhalten, da die einen bereits frühzeitig abgereist bzw. die anderen erst verspätet mit dem Zeltaufbau fertig geworden und noch viel zu grätig für ein fröhliches Hallelujah sind.

Die „Garten Zwiebelfalz“ ist die Fachmesse rund um den Garten. Im Zwiebelfalzer Kloster werden jedes Jahr innovative Gartengeräte (z.B. Hugo’s Apfelkitschentsorgungsdruckluftpistole) und exotische Pflanzen (z.B. der gemeine Zwiebelfalzer Buchsbaum – vorsicht, er schlägt aus!) vorgestellt.

Ein Schwerpunkt ist die ökologische Landwirtschaft. In diversen Workshops werden alternative Anbaumethoden (z.B. Unkrautbekämpfung mit Phosphat und Farbpsychologie) vorgestellt.

Der Eintritt zur Gartenmesse ist kostenlos. Erwartet wird von Besuchern einzig, dass sie Renate Runkel einige Stunden lang in ihren Karottenfeldern helfen.

Die kleine aber feine Regionalmesse für Hotellerie und Gastronomie in Zwiebelfalz lockt jedes Jahr  mit Hobbyköchen und Bratpfannenvertretern ein anspruchsvolles Fachpublikum in die Küche von Starkoch K. N. Obloch. Unter Anleitung des Meisters der Haute Cuisine köcheln Renate Runkel, die Anstandsdamen und viele andere Hobbyköche die feinsten Speisen.

Neben der traditionellen Küche mit Zutaten aus der Region, wie zum Beispiel Schmorgurken-Lachs-Kartoffelauflauf und Lammfleisch mit Minzsauce, werden auch die Gaumen von Fans der Molekularen Küche angesprochen. Wer schon immer mal gerne Ziegenmilch-Nudeln, Carbonara-Espuma oder Fruchtsaftkaviar zubereiten wollte und die Kindheit vorm Chemiebaukasten verbracht hat, ist hier richtig.

Für das unterhaltsame Rahmenprogramm sorgen regelmäßig Elke Heidschnuck und Zeitungsente Mechtild, die lautstark gegen den Verzehr von Lamm und Geflügelgerichten protestieren.

 

Die Räuber aus dem Böse-Buben-Wald haben sich auf einer Pressekonferenz über die nachlassende Qualität der Waren aus Hudelbux beschwert.

Bei stichprobenartigen Überfällen hätte man festgestellt, dass die Produkte aus Hudelbux qualitativ weit hinter der im selben Zeitraum geraubten Ware aus Zwiebelfalz zurücklägen.
„Wir können Produkte aus Hudelbux nicht mehr uneingeschränkt empfehlen“, so ein Sprecher der Räuber. Man werde sich daher in Zukunft auf die Waren aus Zwiebelfalz konzentriern.


Die Bürgermeisterin aus Zwiebelfalz, Renate Runkel, zeigte sich geschmeichelt von den Worten aus dem Böse-Buben-Wald.
„Zwiebelfalz first, Hudelbux last“, gab sie gut gelaunt zum Besten.

Mit seinem irgendwo abgekupferten, nicht mehr ganz frischen und auf Twitter veröffentlichten Slogan ‚Hudelbux first!‘ sorgte der Hudelbuxer Bürgermeister für Irritationen, die er umgehend auf einer Pressekonferenz konkretisierte.

„Bei allem was wir machen gilt ab sofort: Hudelbux first!“, so Hugo von Hudelbux selbstbewusst. Damit wolle er Hudelbux wieder nach vorne bringen.

„Das finde ich toll“, entfuhr es seiner Kollegin Renate Runkel aus dem entfernten Zwiebefalz. Es würde noch die Entscheidung ausstehen, welche Stadt die Straße durch den Böse-Buben-Wald reparieren, die Kosten für den Mounty übernehmen und die diesjährige Fasnetveranstaltung austragen muss. „Da überlassen wir Hudelbux gerne den Vortritt“, so die großzügige Bürgermeisterin.


Außerdem sei das Motto „Hudelbux first“ so gar nicht neu. Der Hudelbuxer Bürgermeister sei immer der Erste, der etwas herausposaune und der Hudelbuxer Kämmerer der Erste, der es wieder einkassiert.

Hugo von Hudelbux gab beleidigt zu Protokoll, er sei mal wieder völlig missverstanden worden.

Mit einem Paukenschlag meldete sich der Hudelbuxer Bürgermeister nach eintägiger Twitterabstinenz in 140 Zeichen zurück.

„Die Arbeitsmoral der Zwiebelfalzer Verwaltung lässt arg zu wünschen übrig“, sagte (und twitterte) er vor der zahlreich erschienenen internationalen Presse aus dem örtlichen Ausland. Die Bürgermeisterin treffe man nur noch in ihrem Gemüsegarten an. „Die sollte sich mal lieber um das Unkraut in ihrer Verwaltung kümmern“, ätzte der Kollege aus Hudelbux.

„Da macht sich aber der Bock zum Gärtner“, konterte Renate Runkel pikiert. „Dass ausgerechnet Hugo, der Arbeitsscheuste unter dem ganzen arbeitsscheuen Gesindel sich über die Arbeitsmoral auslässt, setzt der Ironie ja wohl die Krone auf!“ Außerdem sei es eine „lächerlich durchschaubare Finte“, mit solchen Kommentaren zur Außenpolitik von der desolaten Innenpolitik (der Skandal um die vermutliche Unterschlagung) abzulenken.


Das eine habe mit dem anderen rein gar nichts zu tun, behauptete hingegen Hugo. Rein objektiv betrachtet seien die Zwiebelfalzer Gemeindeangestellten ein „fauler, pflichtvergessener Haufen“. Den örtlichen Geistlichen, Pater Pius, fände man nur noch unter dem Münster auf der Suche nach den von Blutsauger Igor entwendeten Kirchenschätzen. „Im Beichtstuhl habe ich ihn schon lange nicht mehr gesehen“, so das aufgebrachte Hudelbuxer Stadtoberhaupt. Einziger Lichtblick im Zwiebelfalzer Rathaus sei die Putzfrau. Die wirble wenigstens Staub auf, so Hugo von Hudelbux.