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Mütter (oder überhaupt Frauen) sind beim Vatertagsgottesdienst in der Hudelbuxer Kneipe unerwünscht. Einzig Zeitungsente Mechtild ist geduldet, wird ihre Berichterstattung nach dem dritten Maß doch deutlich wohlwollender.

Der Vatertag ist einer der höchsten Feiertage in Hudelbux. Trotz des auffallenden Fehlens von Kindern fühlen sich an diesem ganz besonderen Tag alle männlichen Bewohner der Stadt angesprochen und sind (zumindest am Anfang) auf den Beinen, um nicht ganz einzigartige Traditionen zu pflegen.

Traditionell beginnt der Tag mit einem Laiengottesdienst in der Hudelbuxer Kneipe, wo statt Messwein Bier gereicht wird. Eine Gegenveranstaltung des Inquisitors in der Hudelbuxer Kirche wurde nach ein paar Jahren mangels Teilnehmer wieder eingestellt. Der Drohung des Inquisitors, Nicht­anwesen­den blühe die ewige Verdammnis, setzte Hugo von Hudelbux das Versprechen einer höchst bür­ger­meis­terlichen Absolution entgegen.

Der Inquisitor beschränkt sich seit dieser Zeit auf die Verteilung von Flugblättern vor der Hudelbuxer Kneipe. Diese werden immer gerne angenommen, geht es doch nach dem Festgottesdienst auf direktem Weg zur Hudelbuxer Staatsbarkasse.


Auf der traditionellen Vatertagstour durch die Hudelbuxer Bucht opfern dann die einen ihr Frühstückbuffet Neptun, während die seemännisch festeren Bewohner kleine Papierboote aus besagten Flugblättern falten und diese aufs Meer hinaus treiben lassen.

„Die Qualität des Papiers ist einzigartig“, schwärmt ein begeisterter Teilnehmer. Die mit kirchlichem Papier gefalteten Boote sind berühmt für ihre Reichweite. Angeblich wurden in den vergangenen Jahren schon Papierboote aus Hudelbux auf den Fidschi-Inseln gesichtet.

 

Der Hudelbuxer Inquisitor, Iratus Blaesus, hat einen neuen Job. Blaesus, dessen Kirche und Job einer Touristenattraktion zum Opfer fielen, arbeitet ab sofort als Fahrkartenkontrolleur für den Elb-Alb-Express. Der Inquisitor wird den Zeppelin auf seinen Fahrten zwischen Hudelbux und Zwiebelfalz begleiten und die Reisenden kontrollieren.

„Ich werde meine ganze Berufserfahrung einbringen“, so der eifrige Neuzugang. Schwarzfahrer hätten mit strengsten Strafen zu rechnen.

Auf Anfrage des Dorfprangers versicherte der Geschäftsführer des Elb-Alb-Express, dass auch in Zukunft keine Folter angewendet würde.


Schock für den Hudelbuxer Inquisitor: Der Hudelbuxer Bürgermeister will den Kirchenbetrieb in Hudelbux einstellen.

„Für festliche Anlässe haben wir das Zwiebelfalzer Münster und wer etwas zu beichten hat, soll zu mir kommen“, so Hugo von Hudelbux. Das Stadtoberhaupt braucht die Kirche für seine neue Touristenattraktion.

„Hudelbux bekommt ein Riesenrad“, verkündete Hugo von Hudelbux stolz auf Twitter. Jede Stadt von Weltruf habe schließlich so ein Ding.

Um die Bauzeit zu verkürzen, habe er beschlossen, das Rad einfach an der Hudelbuxer Kirchturmuhr zu befestigen.  Turm und Uhrantrieb seien perfekt für die neue Hudelbuxer Touristenattraktion geeignet.

Die Neujahrsrede ist das Highlight des Jahres in Hudelbux und Zwiebelfalz. Damit aber nicht alle gleichzeitig reden, wird jedes Jahr per Los entschieden, wer die Rede halten darf. Das führt regelmäßig zu Streit, da manche Persönlichkeiten, wie z.B. der Hudelbuxer Bürgermeister schon öfter die Rede halten durften, während andere, wie z.B. der Inquisitor („Ich hätte soviel schöne Dinge zu erzählen“), noch kein einziges Mal antreten durften.

In diesem Jahr entschied das Los (mal wieder) für Hugo von Hudelbux. Die ersten Entwürfe der Rede werden normalerweise relativ zügig nach Losentscheid aus dem vertraulichen Umfeld des Redners an den Dorfpranger kolportiert. In diesem Jahr blieben diese Informationen jedoch aus. Auch die zweite, sonst sehr, sehr zuverlässige Informationsquelle des Dorfprangers, der Wirt der Hudelbuxer Kneipe, Alfons Knörps, musste bisher passen („Der Alte hat nichts erzählt, selbst als er sternhagelvoll war“).


Daher war es nicht verwunderlich, dass sich Anfang dieser letzten Woche des Jahres eine leichte Panik unter den Hudelbuxer und Zwiebelfalzer Bürgern verbreitete und Mounty Roberts am Telefon Dutzende besorgte Anrufer beruhigen musste: „Wir haben die Lage im Griff.“

Pater Pius hat für den nächsten Freitag zu einem Sondergottesdienst eingeladen. „Ich werde für den Bürgermeister beten.“ Oma sieht das alles ganz gelassen. „Ich habe zwei Weltkriege überlebt.“ Doch Renate Runkel warnte bereits vor einer Katastrophe. „Wenn Hugo die Rede frei hält, dann Gnade uns Gott.“