Der Frühling weckt Frühlingsgefühle in Zwiebelfalz (alles andere wäre ja auch reichlich unlogisch). Davon zumindest ist die tapfere Schwester Abigail überzeugt. Seit Monaten umgarnt sie Chefarzt Dr. Viktor Vektor. Bislang stieß sie mit ihrer hemmungslosen Hingabe an das (reiche) Genie auf taube Ohren.

„Ich war ziemlich entmutigt, als Vicky die Blumen, die er am Valentinstag gekauft hat, seiner Giraffe zukommen ließ“, gesteht die Schwester. „Aber jetzt wendet sich alles zum Guten.“ Dabei drückt sie eine (welke) lila Blüte an ihre üppige Brust.


„Das ist mal wieder ein typisch weibliches Missverständnis“, wehrte Dr. Viktor Vektor, der seinen Kosenamen rigoros ablehnt, ab. „Es handelt sich hier um eine Blüte der überaus seltenen Zwiebelfalzer Schlossorchidee, die nur hier am Sanatorium blüht.“

Er habe die welken Blüten entfernt, und sie der nächststehenden Person in die Hand gedrückt, da er keine Schubkarre für das „schlaffe Grünzeug“ dabeihatte, betonte der Arzt. Das sei, nicht ganz zufällig, Schwester Abigail gewesen, die immer um ihn herumschleiche und sich ruhig einmal nützlich machen könne.

„Normalerweise kümmert er sich nie um die Blumen“, beharrte Schwester Abigail. „Er würdigt sie keines Blickes. Ich glaube kein Wort davon, dass Vicky jetzt gärtnerische Ambitionen entwickelt!“

Die habe er tatsächlich nicht, beteuerte Viktor Vektor. „Normalerweise kümmert sich Renate Runkel um die Pflanzen, sie wohnt ja gleich nebenan und kommt auf dem Weg ins Rathaus hier vorbei“, erklärte er. „Aber Renate Runkel ist in Blumenfragen in Hudelbux, und hat mir aufgetragen, die welken Blüten regelmäßig zu entfernen, weil sonst die Orchideen eingehen.“ (Was, so fand die Redaktion heraus, eine beachtliche Geldstrafe wegen Ausrottens gefährdeter Flora nach sich zöge.) „Mit Abigail hat das nichts zu tun!“