Eine unbedachte Äußerung von Pater Pius hat sein ohnehin schwieriges Verhältnis zu den Zwiebelfalzer Schäfchen weiter erschwert. „Ich wollte nicht unsensibel sein“, beteuerte der Pater betreten. „Ich habe mich strikt an den Katechismus gehalten und nicht geahnt, dass ich damit in ein Fettnäpfchen trete.“

„Es ist eine Frechheit, in unserer Anwesenheit von Opferlämmern zu predigen“, empörte sich Literaturschaf Elke Heidschnuck, die als Zeichen des guten Willens und der Versöhnungsbereitschaft am Karfreitagsgottesdienst teilgenommen hatte. „Das lassen wir uns nicht gefallen.“ Als klares Statement der Empörung treten die Zwiebelfalzer Kulturschafe nun in intellektuellen Streik und benehmen sich so dumm, wie es Schafen unterstellt wird. Voller Ungestüm rennen sie auf die frühjahrsgrünen Wiesen und fressen, was das Zeug hält.

„Ich hätte Elke mehr Verstand zugetraut“, so Bibliothekar Triple F, ein guter Vertrauter des Literaturschafs. „Sie ist blind vor Ärger, rennt gegen Bäume und fällt in Löcher. Ihre Familie war schon immer etwas kurzsichtig und folgt ihr, ohne aufzupassen. Wenn da keiner eingreift, rotten sich die Literaten hier in Zwiebelfalz aus.“

Pater Pius, der seine Äußerungen bedauert, stellt nun seine Putzfrau Marie ab, um die Schafe zusammenzutreiben und sicher auf die Weide zu bringen. „Ob diese Lösung so gut ist, bleibt zu bezweifeln – Marie ist mit ihrem Besen eine eher furchteinflößende Gestalt“, gibt Triple F. zu bedenken. „Besser wäre ein vertrauenserweckender Hirte, der die Schafe sanft in ihren Stall führt.“ In Eigenregie hat der Bibliothekar eine Stellenanzeige für einen Schafhirten ausgeschrieben: „Anwärter auf den Job können sich im Internet beim virtuellen Schafehüten auf ihre Aufgabe vorbereiten“, so der stolze Bibliothekar.

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