“Es ist wirklich traurig, dass sich niemand um die herrenlosen Katzen kümmert”, beklagte der Hudelbuxer Wirt Knörps und schuf Abhilfe. Auf einen Schlag adoptierte er gleich 78 Katzen und leerte damit das Zwiebelfalzer Tierheim. “Wir sind glücklich, dass die lieben Tierchen ein neues Zuhause gefunden haben”, sagte ein sichtlich erleichterter Tierheimdirektor, der nun endlich wieder seine Büroräume beziehen kann, ohne ständig auf Katzenpfoten zu treten. “Herr Knörps ist ein wahrer Tierfreund und in seinem idyllischen Gasthof haben die Tiere ideale Lebensbedingungen.”

Knörps ist nun dabei, sich etwas eigentümliche Namen für seine neuen Mitbewohner auszudenken. “Das ist Köstritzer”, sagt er und weist auf einen dunklen Kater. “Der helle da ist Hefeweizen, der daneben Becks und dort hinten prügeln sich Budweiser und Pils.” Böse Zungen munkeln, dass der Wirt mit einer Mäuseplage zu kämpfen hatte und sich daher eine Katze anschaffen wollte. Und er wie immer übers Ziel hinausschoss. “Das ist gelogen”, beteuert Mr. Th…, Leuchtturmwärter, guter Freund und einziger Kunde von Knörps. “Knörps hat ein weiches Herz, sein raues Äußeres täuscht.” Mr. Th… vermutet, dass der Wirt in seinem Waldgasthof an Einsamkeit leidet. Denn der “Gasthof zur Gerüchteküche” ist nur armselig, eigentlich überhaupt nicht besucht. “Dabei bekommen Sie hier die besten Gerüchte”, schwärmt Mr. Th… “Gut gemischt und langsam auf kleiner Flamme geköchelt – bessere finden Sie nirgends!” Die beiden ziehen nun in Erwägung, eine groß angelegte Werbekampagne für das Wirtshaus zu starten.

“Sollen Sie doch einfach mal Sitzgelegenheiten besorgen, dann kommen auch Gäste”, empfahl Hugo von Hudelbux bei einer Besichtigung. “Schließlich will man nicht im feuchten Gras sitzen oder immer nur stehen!”

Knörps zeigte sich angesichts dieses Vorschlags völlig verblüfft. “Ich habe – ebenso wie Mr. Th… – steife Kniegelenke und kann mich nicht hinsetzen”, erklärte er. “Auf die Idee, dass der Besuchermangel eine Folge des Stuhlmangels sein könnte, bin ich gar nicht gekommen.” Ein Großeinkauf bei IKEA (Internationaler Konzern für exquisite Außensitzmöbel) soll Abhilfe schaffen. “Ich kann hier allerdings im Moment nicht weg”, so Knörps. “Ich muss erst jemanden finden, der auf die Katzen aufpasst. Hopfen und Malz erwarten nämlich Junge.” Er hat bereits den Zwiebelfalzer Tierheimdirektor um seine Vertretung gebeten, stieß aber bislang auf taube Ohren.