Die Panama Papers schlagen hohe Wellen, die jetzt auch die Hudelbuxer Bucht und den Zwiebelfalzer Dorfteich erreichen.

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis auch der Name „von Hudelbux“ in der Liste der Besitzer von Briefkastenfirmen auftaucht, die gemeinhin als Panama Papers bekannt wurden. Nach zweitägigen Ausflüchten („… von Hudelbux ist ein weit verbreiteter Name …“,“… ein Schreibfehler. Ich kannte mal einen Spanier, der hieß Don Dudelbux …“) musste der Hudelbuxer Bürgermeister letztendlich einräumen, zumindest Mitinhaber einer Briefkastenfirma zu sein.


Die Firma sei aber nur sehr klein, gab das Stadtoberhaupt zu Protokoll. Pro Woche würden maximal drei Briefkästen gebaut und verkauft. Es würden nur ökologisch einwandfreie Materialien verbaut und die Einnahmen kämen karitativen Organisationen zugute. Der Kämmerer kündigte eine Prüfung an, und auch die Anstandsdamen zeigten sich an dem Fall interessiert. „Dass Hugo von Hudelbux Worte wie ‚ökologisch‘ und ‚karitativ‘ nicht nur kennt, sondern sogar ohne Stottern aussprechen kann, könnte andeuten, dass bei ihm möglicherweise doch Potenzial für eine moralisch-ethisch-charakterliche Entwicklung vorhanden ist“, schnieften die gerührten Anstandsdamen in ihre Taschentücher.

Der zweite prominente Name führt in die Zwiebelfalzer Schlossklinik. Dr. Viktor Vektor, gut dotierter Chefarzt und Gott in Weiß, wurde bisher  zwar (noch nicht) identifiziert, dafür aber Schwester Abigail. Auf einer Pressekonferenz im OP-Saal II der Schlossklinik gestand die sonst eher resolut auftretende Krankenschwester ihre Teilhaberschaft an einer Briefkastenfirma kleinlaut ein. Die Frage nach den Beweggründen war ihr sichtlich peinlich.


Nach Recherchen des Dorfprangers hat die Zwiebelfalzer Post seit Anfang des Jahres keine Briefe mehr von Schwester Abigail angenommen. „Die Mitarbeiter, die die Briefkästen geleert haben, mussten Gasmasken tragen“, so der Oberpostrat von Zwiebelfalz und Hudelbux. Jeden Tag seien Dutzende parfümierte Liebesbriefe an Dr. Viktor Vektor eingeworfen worden. Aus Rücksicht auf die Gesundheit der Mitarbeiter habe man sich schließlich zu diesem außergewöhnlichen Schritt entschlossen.

Zum Glück für Schwester Abigail hatte eine Briefkastenfirma aus Panama Ende des letzten Jahres einen patentierten Briefkasten auf den Markt gebracht, der eingeworfene Briefe sofort vakuumsicher verschweißt. In einem Pilotversuch wurden sämtliche Briefkästen in Zwiebelfalz ausgetauscht und Schwester Abigail stille Teilhaberin der Briefkastenfirma.